Monographien

Virale Wissenschaft


In meinem Essay diskutiere ich die Strategien und Grenzen digitaler Wissenschaftskommunikation während der Pandemie. Unter Einbezug soziologischer Analysen des wissenschaftlichen Feldes, der dort vorhandenen Akteure und Interessen erhellt sie das Wechselverhältnis, in dem Popularisierung und (Natur-)Wissenschaften seit ihren Anfängen stehen. Die Formate der Wissenschaftsjournalistin Mai Thi Ngyuen-Kim sowie der Podcast des Virologen Christian Drosten dienen als Beispiel für die These, dass populäre Wissenschaftskommunikation nur dann die beste Werbung für Wissenschaft bleiben kann, wenn sie sich fragt: Wieviel Verständlichkeit verträgt Wissenschaft?

Konstellationen eines Begriffs zwischen Antike und Moderne

Worüber wir reden, wenn wir von Figuren reden, ist eine komplexe Fragestellung, die unterschiedliche Disziplinen berührt. Mit Erich Auerbachs figura/Mimesis-Projekt wurde die interdiszplinäre Forschung dieses Begriffs initiiert. Ob Literatur-, Bild- oder Wissensgeschichte – die Präsenz und Aktualität von figura in der romanistischen und komparatistischen Forschung bezeugt ein anhaltendes Interesse an der Theoriearbeit zwischen Theologie, Philosophie, Literatur- und Kunstwissenschaft. Allerdings fehlt bislang eine grundlegende methodologische Reflexion, die die interdisziplinären Aspekte gleichrangig berücksichtigt und zu einer gemeinsamen Arbeit am Begriff vereinigt.

Dieses Versäumnis zu beheben, ist Aufgabe der vorliegenden Arbeit. Ausgehend von Erich Auerbach, Walter Benjamin und Hannah Arendt verfolgt die Monographie in vergleichenden Konstellationen von der Antike bis in die Moderne die literatur- und kunsthistorischen, theologischen und philosophischen Spuren von figura, die zu einer Methode der literaturphilosophischen Figuralogie ausgebaut werden. Ecce figura versteht sich als ein Kompendium interdisziplinärer Begriffsgeschichte zwischen Literatur, Philosophie und Theologie, das dazu einlädt, in neuen Konstellationen gelesen und erweitert zu werden.

Die Genesenden

 

Wir genesen nicht, um gesund zu werden. Wir genesen, um uns auf die nächste Krankheit vorzubereiten. Das Buch erforscht auf eine persönliche, literarische und wissenschaftliche Art und Weise das Tagebuch einer Krebspatientin und liest es mit dem Blick von Mediziner-Schriftsteller gegen. Die Erzählung einer Sterbenden fährt so ins Zentrum der Prosa von männlichen Medizinern, die sich fragen: Glauben Sie, dass Schreiben heilt? 

Literatur & Life Sciences

 

Im Kampf der Zwei Wissenskulturen, der Geistes- und Naturwissenschaften, vermitteln literarische Fiktionen und populäre Wissenschaftsbücher, was Lebenswissen ist. Wissenssoziologisch, literaturwissenschaftlich und historisch rekonstruiert die Studie das globale Feld populärer Wissenschaftskommunikation, die Rolle der Intellektuellen in der Öffentlichkeit und fragt nach den ideologiekritischen Möglichkeiten einer Literaturwissenschaft als Lebenswissenschaft. 

Benjamin & Borges

Zwei Autoren der Weltliteratur vereinigt in einem Buch: Walter Benjamins und Jorges Luis Borges' Werk erzählt vor dem Hintergrund mediengeschichtlicher Transformationen eine Urgeschichte des Lesens für das 21. Jahrhundert. Jenseits des sterbenden Autors und der Geburt des Lesers im Hypertext entwerfen sie eine unzeitgemäße Poetologie des Gedächtnisses zwischen Erinnern und Vergessen.

Sammelbände

Weltliteratur oder Literaturen der Welt?

Wovon sprechen wir, wenn wir von Weltliteratur sprechen? Seit seiner goetheschen Prägung hat der Begriff der ‚Weltliteratur‘ immer wieder und auch in jüngerer Zeit eine breite Debatte innerhalb der philologischen Disziplinen erfahren. Dabei ist es spätestens seit Mitte des 20. Jahrhunderts nicht mehr ausreichend, einen politischen Schlüsselbegriff in einen „vereinheitlichenden Singular“ zu verpacken: Die Heterogenität eines weltweit sich erstreckenden literarischen Feldes sowie historisch involvierter Mechanismen zumeist europäischer Zentralisierung bleiben nach wie vor unbeachtet. Eine verfestigte Literaturpolitik des Kanonischen suggeriert hier allein schon begrifflich einen exklusiven Deutungsanspruch des Weltliterarischen.

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Zwei Begriffe – eine Geschichte

Der Band untersucht aus historisch-epistemologischer und metaphorologischer Perspektive die Maschine des Lebens und das Leben der Maschine in Literatur, Philosophie und Wissenschaft. Er spannt einen Bogen von der Mechanik der frühen Neuzeit über die Thermodynamik bis hin zur Kybernetik und ihren den Dualismus scheinbar nivellierenden Anspruch. Unkonventionelle Aktoren in der Nanotechnologie und Maschinen als tragische Helden im Gegenwartstheater bilden den Kulminationspunkt, der zugleich einen Versuch darstellt, die Theoriebildung der Actor-Network-Theory weiter zu entwickeln. Mit Beiträgen von u. a. Jocelyn Holland, Reinhard Jirgl, Bruno Latour, Thomas Macho, Elizabeth Neswald, Stefan Rieger, John Tresch, Uwe Wirth.

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Vom Bildlichen sprechen zwischen Art & Science

Ikonotextualiät spielt im wissenschaftlichen Schaffen des Romanisten und Kulturwissenschaftlers Ottmar Ette eine zentrale Rolle. Der Sammelband zu Ehren seines 65. Geburtstages untersucht in drei Sektionen Zusammenhänge zwischen Bild und Text, die über eine statische Verbindung von Ekphrasis und Evidenz-Strategie hinausgehen. Der Fokus liegt auf Schnittstellen zwischen Bildlichkeit und Formen der Bewegung, die Ottmar Ette in zahlreichen Publikationen untersucht hat.

Autor*innen aus Europa, Lateinamerika, den USA, China und den Färöer-Inseln verfolgen einen interdisziplinären Parcours von der Naturgeschichte und dem Nature Writing über die Zusammenhänge von Schriftlichkeit und Bildlichkeit in literarischen und wissenschaftlichen Texten bis hin zu Bildern des Urbanen und der Reise in einem transarealen Netzwerk.

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Latin America meets East Central Europe

From the nineteenth century to the present, literary entanglements between Latin America and East Central Europe have been socio-politically and culturally diverse, but never random. The Iron Curtain, in particular, forced both regions to negotiate transatlantic «elective affinities», to take a stance in relation to the West, and to position themselves within world literature. As a result, the intellectual fields and creative productions of these regions have critically engaged with notions such as «post-imperial», «marginal», or «peripheral».

In this edited volume, scholars from Germany, Brazil, Czech Republic, Hungary, Mexico, Poland, Slovenia, and Spain cross the globe from South to East and back to uncover transcultural and transareal convivialities. Their papers explore literary history, poetics, intellectual networks, and aesthetic theory, while discussing new key concepts in global literary history.

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New Articles Online Open Access

Eau de classe: Eine olfaktorische Genealogie des Habitus vom Picaro zum Parasiten

in: Irene Husser, Julia Bodenburg (Hg.): Soziale Herkünfte - Literarische und mediale Verhandlungen von Klasse, Stuttgart: J.B. Metzler 2026, S. 225–242.

Mi clase, mi género, mi dolor: La escritura drástica y la vulnerabilidad en el nuevo boom de la literatura femenina en América Latina

In: Eutomia: Revista de Literatura y Linguística, Dossiê: A escrita autoteórica como procedimento feminista (2025), ed. by Patrícia Reis y Clarissa Mattos, Rio de Janeiro, S. 1-32.

Die (In-)Vulnerablen. Überlegungen zur neuen Kreatürlichkeit

In: Falko Schmieder (Hg.): Forum Interdisziplinäre Begriffsgeschichte (FIB), E-Journal (2025) 13. Jahrgang/1: Mit Koselleck über Koselleck hinaus. Perspektiven zu einer Begriffsgeschichte des 20. Jahrhunderts, S. 90–99.

Zu Besuch in der postdigitalen Bibliothek von Babel. Ein Streifzug durch alte und neue Lese- und Erzählkulturen

In: Anne-Marie Lachmund, Manuela Franke, Elke Höfler (Hg.): Spanischunterricht digital Interaktion, Interdisziplinarität, Intertextualität. Berlin: Frank & Timme 2024

Fast Food Watching: Vom Gender Trouble zur Netflixierung des Gender Pulp in Casa de Papel

In: Victoria del Valle, Magdalena Kißling (Hg.): Fernsehserielles Erzählen im fächerübergreifenden Unterricht. Eine didaktische Broschüre. Paderborn 2024

Presences we live by. Rethinking the Eternal Return and Time Lapses between Now and Then from Vico to Arendt

In: On_Culture. The Open Journal for the Study of Culture, Issue 12 – Autumn 2023: “Present Futures”

Aufsätze – Articles

in Sammelbänden, Handbüchern, Zeitschriften, Special Issues

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